Bei Google gefunden werden
Google-Unternehmensprofil einrichten: die Checkliste
Ein Google-Unternehmensprofil richten Sie unter business.google.com ein: Name, Hauptkategorie und Adresse (oder Einzugsgebiet) eintragen, das Profil bestätigen lassen und danach Leistungen, Öffnungszeiten, Beschreibung und Fotos ergänzen. Das Anlegen dauert eine halbe Stunde. Was darüber entscheidet, ob das Profil Anfragen bringt, sind wenige Angaben – vor allem die Kategorie – und ein paar Regeln, an denen viele Einträge scheitern. Beides steht hier, am Ende als Checkliste.
- Von Felix Nacke
- 8 Minuten Lesezeit
Bevor Sie anfangen
Zwei Dinge sollten Sie klären, bevor Sie etwas anlegen. Sie ersparen Ihnen später die mühsamste Arbeit: ein Profil zu retten, das falsch angelegt wurde.
Gibt es schon einen Eintrag? Suchen Sie bei Google nach Ihrem Firmennamen und dem Ort. Erscheint ein Kasten mit Karte und darin der Satz „Inhaber dieses Unternehmens?“, gibt es bereits ein Profil, das niemandem gehört. Google legt solche Einträge selbst an, aus öffentlichen Daten oder Hinweisen von Nutzern. Dann beanspruchen Sie diesen Eintrag, statt einen zweiten anzulegen. Google erlaubt ein Profil je Standort; zwei Einträge für denselben Betrieb machen beide schwächer und werden früher oder später zusammengelegt oder gesperrt.
Mit welchem Konto? Das Profil hängt an einem Google-Konto. Nehmen Sie eines, das dem Betrieb gehört, nicht das private Konto eines Mitarbeiters oder das einer Agentur. Fügen Sie danach eine zweite Person als Inhaber oder Verwalter hinzu. Wer einmal versucht hat, ein Profil zurückzubekommen, dessen einziger Zugang bei einer ehemaligen Mitarbeiterin lag, macht das nicht noch einmal.
Schritt 1: Name und Adresse
Beim Namen ist Google strenger, als viele erwarten. Eingetragen wird der Name, unter dem Sie auch auftreten – auf dem Schild, dem Briefpapier, der Website. Nicht erlaubt sind Zusätze wie Werbesprüche, Ortsangaben, Telefonnummern oder Leistungsbegriffe. „Müller Hausverwaltung“ ist ein Name, „Müller Hausverwaltung – Ihr Partner in Regensburg und Umgebung“ ist ein Verstoß, den Google entfernen kann und der im schlimmsten Fall das Profil kostet. Auch eine Rechtsform wie „GmbH“ lässt Google nur zu, wenn sie sich belegen lässt, etwa durch Ihr Schild oder eine Rechnung.
Bei der Adresse gilt: Es muss die echte Anschrift sein, an der der Betrieb sitzt. Postfächer und sogenannte virtuelle Büros sind ausgeschlossen, ein Coworking-Platz nur, wenn dort Ihr Name steht und Kunden empfangen werden.
Empfangen Sie keine Kunden an Ihrer Anschrift – weil Sie zu den Kunden fahren oder alles am Telefon und per Video läuft –, tragen Sie stattdessen ein Einzugsgebiet ein und blenden die Adresse aus. Google braucht sie dann nur für die Bestätigung. Das Einzugsgebiet sollte nach Googles Vorgaben nicht weiter reichen als etwa zwei Autostunden um den Standort.
Schritt 2: Die Hauptkategorie
Das ist die wichtigste einzelne Angabe im ganzen Profil. Die Hauptkategorie entscheidet darüber, bei welchen Suchen der Eintrag überhaupt in Frage kommt. Wer als „Unternehmensberatung“ eingetragen ist, erscheint nicht, wenn jemand nach einer Hausverwaltung sucht – egal, wie gut alles andere ist.
Google gibt zwei Regeln vor: Die Kategorie beschreibt, was der Betrieb ist, nicht was er hat oder nebenbei anbietet. Und es sollen so wenige Kategorien wie möglich sein, dafür möglichst genaue. Weitere Kategorien sind erlaubt, sie verwässern das Profil aber, wenn sie nur dazukommen, weil sie auch irgendwie passen.
So finden Sie die richtige Kategorie
- Suchen Sie in Google Maps nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort, so wie ein Kunde es tun würde.
- Sehen Sie sich die ersten fünf Einträge an: Unter dem Namen steht jeweils die Hauptkategorie.
- Wählen Sie die genaueste, die auf Ihren Betrieb zutrifft. Steht bei allen Mitbewerbern dieselbe, ist das meist ein gutes Zeichen, dass es die ist, mit der gesucht wird.
Schritt 3: Telefon, Website, Öffnungszeiten
Telefon: eine Nummer, die Ihr Betrieb selbst verwaltet, möglichst mit Ortsvorwahl. Sonder- und Weiterleitungsnummern lässt Google nicht zu.
Website: Ihre eigene Seite, nicht ein Profil in einem sozialen Netzwerk oder einem Branchenportal. Haben Sie mehrere Standorte, zeigt jedes Profil auf die Seite des jeweiligen Standorts. Diese Verknüpfung ist mehr als ein Verweis: Profil und Website bestätigen sich gegenseitig, und genau daran erkennt Google, dass beides derselbe Betrieb ist. Deshalb müssen Name, Anschrift und Telefonnummer auf der Website genauso stehen wie im Profil – warum das so viel ausmacht, steht im Artikel über widersprüchliche Firmendaten.
Öffnungszeiten: die regulären Zeiten, und für Feiertage, Betriebsurlaub oder Brückentage die Sonderöffnungszeiten. Ein Profil, das an Heiligabend „geöffnet“ zeigt, während niemand ans Telefon geht, kostet mehr Vertrauen als gar keine Angabe.
Schritt 4: Das Profil bestätigen
Solange das Profil nicht bestätigt ist, gehört es Ihnen nicht richtig: Änderungen erscheinen nicht zuverlässig, und Sie können nicht auf Rezensionen antworten. Welche Wege zur Bestätigung angeboten werden, entscheidet Google je nach Betrieb. Möglich sind:
- Video – von Google empfohlen, wenn angeboten. Sie nehmen ein kurzes Video auf, das den Standort zeigt und belegt, dass der Betrieb Ihnen gehört. Was genau darauf zu sehen sein muss, beschreibt Google im Bestätigungsschritt selbst – lesen Sie es vor dem Filmen, ein abgelehntes Video kostet Tage.
- Telefon, SMS oder E-Mail – ein Code geht an die Nummer oder Adresse aus dem Profil. Ein Anruf muss persönlich angenommen werden, nicht von einer Bandansage.
- Live-Videoanruf – mit einer Person von Google, während der Öffnungszeiten und vor Ort.
- Postkarte – ein Code kommt per Post, laut Google meist innerhalb von 14 Tagen. Bis er da ist, sollten Sie Name, Adresse und Kategorie nicht ändern und keinen neuen Code anfordern; jeder neue macht den alten ungültig.
Nach dem letzten Schritt prüft Google die Angaben, nach eigener Auskunft meist innerhalb von fünf Werktagen. Ist Ihre Website bereits in der Google Search Console bestätigt, kann es auch sofort gehen.
Den Code gibt man nicht weiter
Google fragt nie am Telefon nach Ihrem Bestätigungscode. Wer anruft und ihn haben möchte – angeblich „von Google“ oder „im Auftrag von Google“ –, will Ihr Profil übernehmen.
Schritt 5: Leistungen, Beschreibung und Fotos
Erst jetzt kommt der Teil, den Besucher lesen. Google sagt dazu selbst, dass Unternehmen mit vollständigen und korrekten Angaben eher in den lokalen Ergebnissen erscheinen.
- Leistungen: Tragen Sie alle ein, nicht nur die drei wichtigsten. Jede Leistung ist ein Begriff, bei dem Google Ihren Eintrag zeigen kann. Nennen Sie sie so, wie Kunden sie nennen, nicht wie sie im Leistungsverzeichnis stehen.
- Beschreibung: rund 750 Zeichen, von denen ohne Aufklappen nur der Anfang zu sehen ist. In den ersten zwei Sätzen steht also, was Sie machen, für wen und wo. Links, Preise und Rabattaktionen sind dort nicht erlaubt.
- Fotos: eigene, echte Bilder. Die Außenansicht, damit Besucher das Haus finden, die Räume, das Team, Ihre Arbeit. Ein Foto vom Büroeingang hilft einem Eigentümer, der zum ersten Termin kommt, mehr als ein Bild aus einer Bilddatenbank.
Was danach bleibt
Ein Profil ist kein Formular, das man einmal ausfüllt. Drei Dinge gehören auf die Liste:
- Änderungen sofort nachtragen – neue Telefonnummer, Umzug, geänderte Zeiten. Am besten an allen Stellen gleichzeitig: Profil, Website, Branchenbücher.
- Regelmäßig hineinsehen. Auch andere Nutzer können Änderungen an einem Eintrag vorschlagen. Wer einmal im Monat prüft, ob noch alles stimmt, merkt es, bevor ein Kunde vor verschlossener Tür steht.
- Um Bewertungen bitten und darauf antworten. Nach Googles eigener Darstellung wirken Anzahl und Bewertung der Rezensionen auf die Reihenfolge in den lokalen Ergebnissen – und sie entscheiden, ob jemand anruft.
Die Checkliste
Ihr Profil in zehn Punkten
- Gibt es genau ein Profil für Ihren Standort – und ist es bestätigt?
- Liegt der Zugang bei einem Konto des Betriebs, mit mindestens zwei Personen als Inhaber oder Verwalter?
- Steht der Name so da, wie er auf Ihrem Schild steht, ohne Zusätze?
- Ist die Adresse echt – oder, wenn Sie keine Kunden empfangen, ausgeblendet und durch ein Einzugsgebiet ersetzt?
- Ist die Hauptkategorie die genaueste, die auf Ihren Betrieb zutrifft?
- Führt die Telefonnummer direkt zu Ihnen, ohne Weiterleitung?
- Zeigt der Website-Verweis auf Ihre eigene Seite – und stehen Name, Adresse und Nummer dort genauso wie im Profil?
- Stimmen die Öffnungszeiten, und sind Feiertage als Sonderöffnungszeiten eingetragen?
- Sind alle Leistungen eingetragen, mit den Worten, die Kunden benutzen?
- Gibt es eigene Fotos von außen, von innen und vom Team?
Das Profil ist der schnellste Hebel, den ein Betrieb bei Google hat – oft wirkt es innerhalb von Tagen. Was es nicht ersetzt, ist eine Website, auf der jemand, der vom Profil kommt, findet, was er sucht. Wenn Sie wissen möchten, wie beides bei Ihnen zusammenspielt: So sehe ich mir Ihren Betrieb bei Google an. Und wie Ihre Startseite aussehen könnte, zeigt Ihnen ein kostenloser Entwurf.
Wenn Sie das nicht selbst machen möchten: So sehe ich mir Ihren Betrieb bei Google an.

Felix Nacke
Webdesigner, schreibt diese Seite selbst
Ich baue Websites für Unternehmen – von der Planung bis zur Betreuung nach dem Livegang, als Einzelner und nicht als Agentur. Diese Seiten entstehen aus den Fragen, die mir Kunden am Telefon stellen.
Passende Leistung
Der erste Entwurf Ihrer Startseite kostet nichts – und sagt mehr als jedes Angebot.
Nein. Anlegen, bestätigen und pflegen ist kostenlos. Bezahlt wird bei Google nur für Anzeigen, und die haben mit dem Profil nichts zu tun – ein Profil wird durch Anzeigen weder besser noch sichtbarer in den normalen Ergebnissen.
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