Für Hausverwaltungen
Was gehört auf die Website einer Hausverwaltung?
Eigentümer auf Verwaltersuche, Mieter mit einem Anliegen und Verwaltungsbeiräte lesen dieselbe Seite mit drei verschiedenen Fragen. Eine Website, die alle drei bedient, braucht eine Seite je Leistung, ein klares Verwaltungsgebiet, Ansprechpartner mit Namen und Gesicht sowie die Nachweise, auf die es in dieser Branche ankommt. Die vollständige Checkliste steht am Ende zum Abhaken.
- Von Felix Nacke
- 7 Minuten Lesezeit
Drei Leser, drei Fragen
Bevor es um Inhalte geht, lohnt die Frage, wer die Seite überhaupt aufruft. Bei einer Hausverwaltung sind es im Wesentlichen drei Gruppen, und sie suchen Verschiedenes:
- Eigentümer oder ein Verwaltungsbeirat auf Verwaltersuche. Sie wollen wissen: Verwalten Sie überhaupt, was wir sind – eine WEG mit 14 Einheiten, ein Mehrfamilienhaus, eine Gewerbeeinheit? Verwalten Sie in unserem Ort? Und: Wirkt das hier nach einem Haus, dem man ein Objekt anvertraut?
- Mieter oder Eigentümer einer bereits verwalteten Einheit. Sie haben ein Anliegen: einen Schaden, eine Frage zur Abrechnung, eine Nachricht an den Hausmeister. Sie brauchen in zwei Klicks den richtigen Weg – und wenn sie ihn nicht finden, rufen sie an, und zwar bei Ihnen.
- Bewerber. In einer Branche, in der Personal knapp ist, liest jeder Bewerber die Website, bevor er schreibt. Was er dort sieht, entscheidet mit.
Die erste Gruppe bringt neue Aufträge, die zweite entlastet das Telefon, die dritte das Personalproblem. Eine Seite, die nur die erste bedient, lässt zwei Drittel ihres Nutzens liegen.
Die Startseite: vier Dinge in zehn Sekunden
Wer zum ersten Mal auf Ihrer Startseite landet, entscheidet in wenigen Sekunden, ob er bleibt. In dieser Zeit muss er vier Dinge erfassen:
- Was Sie machen – „Hausverwaltung“ in der Überschrift, nicht nur im Logo.
- Wo Sie verwalten – die Region, nicht nur die Anschrift im Impressum.
- Für wen – WEG, Mietobjekte, Gewerbe, Sondereigentum.
- Wie er Sie erreicht – Telefonnummer sichtbar, am Handy zum Antippen.
Was an dieser Stelle nicht hilft: ein Satz wie „Ihr Partner für Immobilien mit Leidenschaft“. Er könnte bei jedem der Mitbewerber stehen, und er sagt weder, was Sie tun, noch wo.
Eine eigene Seite für jede Leistung
Das ist der Punkt, an dem die meisten Verwaltungs-Websites ihren größten Hebel liegen lassen. Statt einer Seite „Leistungen“, auf der alles untereinander steht, gehört jede Leistung auf ihre eigene Seite:
- WEG-Verwaltung
- Mietverwaltung
- Sondereigentumsverwaltung
- gegebenenfalls Asset-Management, Verkauf und Bewertung, Technisches Gebäudemanagement
Dafür gibt es zwei Gründe, und beide zählen. Für den Leser: Ein Eigentümer, der eine WEG-Verwaltung sucht, liest eine Seite, auf der es nur darum geht – mit dem Ablauf, den Unterlagen, den Pflichten. Für Google: Eine Seite kann nur zu einer Suche die beste Antwort sein. Fünf Leistungen auf einer Seite konkurrieren gegeneinander, fünf Seiten nicht.
Auf jede Leistungsseite gehört, was der Leser wirklich wissen will: Was übernehmen Sie konkret? Was bleibt bei der Gemeinschaft? Wie läuft der Wechsel von der alten Verwaltung? Welche Unterlagen brauchen Sie? Wie schnell melden Sie sich?
Das Verwaltungsgebiet, mit Namen
„Wir verwalten in der Region“ ist keine Auskunft. Ein Eigentümer aus einem Nachbarort kann daraus nicht schließen, ob er bei Ihnen richtig ist, und Google kann es auch nicht. Nennen Sie die Städte und Landkreise, in denen Sie tatsächlich verwalten, als Text auf der Seite – nicht als Bild einer Karte, denn darin steht für eine Suchmaschine nichts.
Wenn ein Gebiet besonders wichtig ist, lohnt dafür eine eigene Seite. Wichtig ist die Grenze: Das gilt nur, wenn es dort auch etwas zu sagen gibt – Objekte, ein Büro, ein Ansprechpartner. Dreißig Ortsseiten mit demselben Text und ausgetauschtem Ortsnamen wertet Google als Schein-Seiten ab.
Ansprechpartner mit Namen und Gesicht
Eine Verwaltung behält man oft über Jahre. Entsprechend will man vorher wissen, mit wem man zu tun hat. Ein anonymes Kontaktformular ist dafür das schwächste Mittel, das es gibt.
Was trägt: Name, Foto, Zuständigkeit und Durchwahl – für die Verwalter, für die Buchhaltung, für die Technik. Wer sieht, wen er am Telefon hat, ruft eher an. Und ein Mieter, der weiß, dass die Abrechnung bei Frau Huber liegt, ruft nicht in der Objektbetreuung an.
Wenn die Fotos fehlen
Keine Porträts zu haben ist kein Grund, Platzhalter aus einer Bilddatenbank zu nehmen. Ein gestelltes Lächeln, das man per Rückwärtssuche auf drei anderen Verwaltungsseiten findet, schadet mehr als ein Name ohne Bild. Entweder echte Aufnahmen – ein halber Termin genügt für das ganze Team – oder nur Namen.
Nachweise, Zulassungen, Mitgliedschaften
In dieser Branche sind das die stärksten Vertrauenszeichen, die es gibt, und sie stehen auf den meisten Websites an der unauffälligsten Stelle oder gar nicht:
- Erlaubnis als Wohnimmobilienverwalter nach § 34c der Gewerbeordnung – die Voraussetzung dafür, die Tätigkeit überhaupt auszuüben.
- Zertifizierter Verwalter nach § 26a des Wohnungseigentumsgesetzes, falls die Prüfung abgelegt ist. Wie und wo man das zeigt, steht hier.
- Mitgliedschaften in Verbänden wie dem VDIV oder dem IVD.
- Berufshaftpflicht- und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.
- Fortbildungen nach § 34c Absatz 2a GewO.
Wichtig ist, dass nur dort steht, was tatsächlich vorliegt – und dass es nachprüfbar ist. Ein Verbandslogo ohne Mitgliedschaft und die Bezeichnung „zertifizierter Verwalter“ ohne abgelegte Prüfung sind irreführende Werbung und können abgemahnt werden.
Service für Mieter und Eigentümer
Dieser Teil bringt keine neuen Aufträge, sondern spart Ihnen Zeit – und er ist bei den meisten Verwaltungen der am schnellsten wirksame Teil der Website:
- Schaden melden: ein kurzes Formular mit Objekt, Einheit, Beschreibung und Foto. Das ersetzt Anrufe, in denen jemand die Adresse diktiert.
- Notfallnummern für Heizung, Wasser, Aufzug und Strom – außerhalb der Bürozeiten gut sichtbar.
- Häufige Fragen: Wann kommt die Abrechnung? Wie melde ich einen Mieterwechsel? Wie bekomme ich eine Zweitschrift? Jede Antwort hier ist ein Anruf weniger.
- Formulare und Unterlagen zum Herunterladen: Mieterwechsel, Einzugsermächtigung, Hausordnung.
- Portalzugang, falls Sie eines haben – dazu gibt es einen eigenen Artikel.
Die Pflichtseiten
Dazu gehören ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was die Seite tatsächlich tut. Bei einer Hausverwaltung kommen Angaben dazu, die viele andere Betriebe nicht brauchen – etwa die Aufsichtsbehörde. Welche Angaben Pflicht sind, steht im Detail hier.
Was nicht drauf gehört
- Hochhäuser aus der Bilddatenbank. Glasfassaden aus Singapur über einer Verwaltung mit 400 Einheiten in der Oberpfalz – das sieht jeder, und es nimmt der Seite genau das, was sie aufbauen soll.
- Leidenschaftssätze. „Mit Herz und Verstand für Ihre Immobilie“ steht wortgleich auf hunderten Seiten.
- Wichtige Inhalte nur als PDF. Ein PDF liest sich am Telefon schlecht, und Google kann damit weniger anfangen als mit einer Seite.
- Ein Kontaktformular als einziger Weg. Die Telefonnummer gehört sichtbar auf jede Seite.
- Eine Nachrichtenspalte, in der seit 2022 nichts steht. Lieber keine als eine, die das Gegenteil beweist.
Die Checkliste zum Abhaken
Gehen Sie Ihre Seite damit durch
- Steht „Hausverwaltung“ in der Überschrift der Startseite?
- Steht das Verwaltungsgebiet als Text auf der Seite, nicht nur im Impressum?
- Hat jede Leistung ihre eigene Seite?
- Stehen Name, Foto und Durchwahl der Ansprechpartner da?
- Sind Zulassung, Zertifizierung und Mitgliedschaften genannt?
- Gibt es einen Weg, einen Schaden zu melden?
- Stehen Notfallnummern außerhalb der Bürozeiten sichtbar?
- Ist die Telefonnummer auf jeder Seite am Handy antippbar?
- Sind Impressum und Datenschutzerklärung vollständig und aktuell?
- Stimmt alles noch – Zeiten, Team, Leistungen?
Wenn Sie dabei mehr als drei Punkte offen lassen: Auf der Seite Website für Hausverwaltungen steht, wie das zusammen aussieht. Den Entwurf Ihrer Startseite sehen Sie kostenlos, bevor Sie sich festlegen.

Felix Nacke
Webdesigner, schreibt diese Seite selbst
Ich baue Websites für Unternehmen – von der Planung bis zur Betreuung nach dem Livegang, als Einzelner und nicht als Agentur. Diese Seiten entstehen aus den Fragen, die mir Kunden am Telefon stellen.
Website für Hausverwaltungen
Der erste Entwurf Ihrer Startseite kostet nichts – und sagt mehr als jedes Angebot.
Als Anhaltspunkt: eine Startseite, eine Seite je Leistung, eine Seite zum Team, eine Seite zum Verwaltungsgebiet, ein Servicebereich für Mieter und Eigentümer, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Bei zwei Leistungen und einem Standort sind das acht bis zehn Seiten, bei mehreren Regionen entsprechend mehr.
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