Bei Google gefunden werden
Website wird bei Google nicht gefunden? Die häufigsten Gründe
Meist liegt es nicht an einem Trick, der fehlt, sondern an einer von wenigen Ursachen: Die Seite ist bei Google gar nicht aufgenommen, es gibt kein vollständiges Unternehmensprofil, oder im Text stehen die Begriffe nicht, nach denen gesucht wird. Alle neun Ursachen können Sie selbst prüfen – die Anleitung steht jeweils dabei.
- Von Felix Nacke
- 10 Minuten Lesezeit
1. Die Seite ist bei Google gar nicht aufgenommen
Das ist der Fall, an den niemand zuerst denkt, und der häufigste mit der klarsten Lösung. „Nicht gefunden werden“ heißt dann nicht „weit hinten stehen“, sondern: Google hat die Seite nicht in seinem Verzeichnis. Dann ist jede Suche aussichtslos, auch die nach dem eigenen Firmennamen.
Die üblichen Auslöser: Die Website ist neu und nie angemeldet worden. Oder bei einem Relaunch blieb eine technische Anweisung stehen, mit der die Entwicklungsfassung vor Suchmaschinen versteckt war – ein noindex. Oder die Seite ist über eine Adresse erreichbar, die nirgends verlinkt ist.
So prüfen Sie es selbst
- Geben Sie bei Google site:ihre-domain.de ein (ohne Leerzeichen nach dem Doppelpunkt). Was dort erscheint, kennt Google. Kommt „Es wurden keine mit deiner Suche übereinstimmenden Dokumente gefunden“, ist die Seite nicht aufgenommen.
- Suchen Sie nach Ihrem Firmennamen in Anführungszeichen. Finden Sie Branchenbücher, aber nicht Ihre eigene Seite, deutet das auf denselben Befund.
- Öffnen Sie Ihre Startseite, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Seitenquelltext anzeigen und suchen Sie mit Strg+F (Mac: Befehl+F) nach
noindex. Ein Treffer ist die Ursache.
2. Kein oder ein unvollständiges Google-Unternehmensprofil
Alles, was bei Google in der Karte, im Kasten rechts neben den Ergebnissen und in der Umgebungssuche steht, kommt aus dem Google-Unternehmensprofil. Ohne bestätigtes Profil gibt es diesen Eintrag nicht – unabhängig davon, wie gut die Website ist.
Häufiger als ein fehlendes Profil ist ein halbes: eine Hauptkategorie, die nicht zur Tätigkeit passt, keine Leistungen, keine Öffnungszeiten, keine Bilder, eine alte Telefonnummer oder die Website-Adresse von vorletztem Jahr. Jede dieser Lücken nimmt dem Eintrag etwas von dem, was Google zum Einordnen braucht.
So prüfen Sie es selbst
- Suchen Sie bei Google nach Ihrem Firmennamen und dem Ort. Erscheint rechts (am Telefon oben) ein Kasten mit Karte, gibt es ein Profil.
- Steht darin „Inhaber dieses Unternehmens?“, ist das Profil nicht bestätigt – es existiert, gehört Ihnen aber noch nicht.
- Prüfen Sie im Profil: Hauptkategorie, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Website-Adresse, Leistungen, Bilder. Fehlt mehr als die Hälfte, ist das die erste Baustelle und nicht die Website.
3. Leistung und Ort stehen nicht im Text
Google kann eine Seite nur zu Suchanfragen zeigen, deren Begriffe es dort findet oder eindeutig erschließen kann. Gesucht wird nach „Hausverwaltung Regensburg“, „Elektriker Kallmünz“, „Steuerberater für Zahnärzte“. Auf vielen Websites steht an dieser Stelle etwas anderes: „Wir betreuen Immobilien mit Leidenschaft“ oder „Ihr Partner für Energielösungen“.
Das ist kein Aufruf, Suchbegriffe zu stapeln – Texte, in denen zehnmal dasselbe Wortpaar steht, lesen sich schlecht und helfen nicht. Es genügt, die Dinge beim Namen zu nennen: was Sie machen, für wen, in welchen Orten.
So prüfen Sie es selbst
- Schreiben Sie die drei Suchanfragen auf, mit denen ein Kunde Sie finden würde. Suchen Sie jede davon auf Ihrer eigenen Seite mit Strg+F. Was Sie nicht finden, findet Google auch nicht.
- Lesen Sie Ihre Startseite und markieren Sie jeden Satz, der auch bei einem Betrieb einer anderen Branche stehen könnte. Was übrig bleibt, ist der Teil, der Ihnen Anfragen bringt.
- Prüfen Sie, ob die Orte, in denen Sie arbeiten, im Text stehen – nicht nur im Impressum.
4. Alles steht auf einer einzigen Seite
Eine Seite kann nur für eine Sache die beste Antwort sein. Wer fünf Leistungen auf der Startseite untereinander aufzählt, hat für keine davon eine Seite, die Google zu einer Suche zeigen kann – die fünf Themen stehen sich gegenseitig im Weg.
Das gilt auch für Orte. Eine eigene Seite für jede Leistung und, wo es wirklich einen Bezug gibt, für jeden Ort: Das ist die Struktur, mit der ein kleiner Betrieb gegen größere Anbieter bestehen kann. Wichtig ist die Grenze dabei: Seiten für dreißig Ortsnamen, hinter denen immer derselbe Text mit ausgetauschtem Ort steht, wertet Google als Schein-Seiten ab. Eine Ortsseite braucht einen echten Grund – ein Projekt dort, eine Niederlassung, ein Einzugsgebiet, das man belegen kann.
So prüfen Sie es selbst
- Zählen Sie die Unterseiten Ihrer Website. Sind es weniger als Ihre Leistungen, fehlen Seiten.
- Suchen Sie
site:ihre-domain.debei Google: Jede Zeile dort ist eine Seite, die zu einer Suche erscheinen kann. Steht da nur die Startseite, hat Google genau eine Antwort von Ihnen.
5. Langsam oder am Handy schlecht bedienbar
Die meisten Suchen laufen über das Telefon, oft im Mobilfunknetz. Google bewertet eine Seite danach, wie schnell der Hauptinhalt sichtbar ist, ob beim Laden nichts springt und ob sie sich bedienen lässt. Das sind keine Noten für die Technik, sondern Messwerte dafür, wie sich die Seite für einen Besucher anfühlt.
Die üblichen Bremsen sind unspektakulär: Fotos, die in voller Kameraauflösung hochgeladen wurden, ein Baukasten mit einem Dutzend Zusatzmodulen, eingebundene Schriften und Videos, die vor dem Text geladen werden.
So prüfen Sie es selbst
- Rufen Sie Ihre Seite auf dem Telefon über das Mobilfunknetz auf, nicht über WLAN. Dauert es länger als Sie Lust haben zu warten, ist die Frage beantwortet.
- Prüfen Sie Ihre Adresse mit PageSpeed Insights – Googles eigenem, kostenlosem Werkzeug. Sehen Sie sich den Teil für Mobilgeräte an, nicht den für Desktop.
- Tippen Sie am Telefon auf Telefonnummer, Menü und Formular. Was Sie mit dem Daumen nicht treffen, trifft Ihr Kunde auch nicht.
6. Die Firmendaten im Netz widersprechen sich
Name, Anschrift und Telefonnummer stehen nicht nur auf Ihrer Website, sondern in Branchenverzeichnissen, auf Portalen und in Karten-Diensten – oft seit Jahren und oft in Fassungen, die niemand mehr pflegt. Weicht die Schreibweise ab, steht dort eine alte Nummer oder eine frühere Adresse, nimmt jede Abweichung Google ein Stück Gewissheit, dass es sich um denselben Betrieb handelt.
Das ist der langweiligste Punkt dieser Liste und bei lokalen Suchen einer der wirksamsten. Er kostet nichts außer Zeit.
So prüfen Sie es selbst
- Suchen Sie Ihre Telefonnummer bei Google in Anführungszeichen. Sie sehen, wo Ihr Betrieb verzeichnet ist.
- Suchen Sie dasselbe mit Ihrer alten Nummer oder der alten Adresse, falls Sie je umgezogen sind. Treffer sind Einträge, die korrigiert werden müssen.
- Legen Sie eine Liste an: Plattform, Adresse des Eintrags, was dort falsch steht. Danach abarbeiten – ein Eintrag pro Tag genügt.
7. Kaum Verweise von anderen Seiten
Verweise von anderen Websites sind für Google ein Zeichen, dass es einen Betrieb wirklich gibt und dass andere ihn für erwähnenswert halten. Eine Seite, auf die im ganzen Netz nichts zeigt, hat dieses Zeichen nicht.
Gekaufte Verweise sind dabei der falsche Weg – Google erkennt die üblichen Muster und wertet sie ab. Die Verweise, die ein normaler Betrieb bekommen kann, liegen näher: die Innung oder der Berufsverband, die Handwerkskammer oder IHK, Lieferanten und Hersteller mit Händlerverzeichnis, der örtliche Verein, den Sie unterstützen, die Zeitung, die über Sie geschrieben hat, Branchenverzeichnisse mit eigener Detailseite.
So prüfen Sie es selbst
- Zählen Sie auf: Verband, Kammer, Innung, Hersteller, Verein, Partnerbetriebe, Presse. Prüfen Sie bei jedem, ob dort Ihre Website verlinkt ist. Meist fehlt sie einfach, und eine Mail genügt.
- Fragen Sie bestehende Kunden, ob sie Sie auf ihrer Seite als Dienstleister nennen – bei Handwerk, IT und Planung ist das üblich.
8. Veraltete Inhalte
Öffnungszeiten von vor der Umstellung, ein Team, das halb nicht mehr da ist, eine Leistung, die Sie längst nicht mehr anbieten, eine Nachricht von 2021 als letzte Neuigkeit. Für Besucher ist das ein Grund, woanders anzurufen – wenn hier nichts stimmt, stimmt vielleicht auch die Nummer nicht.
Für Google ist es ein Hinweis, dass die Seite nicht mehr gepflegt wird. Entscheidend ist dabei nicht, dass oft etwas Neues erscheint, sondern dass nichts Falsches steht. Eine Seite, die zwei Jahre unverändert richtig ist, ist besser als eine mit einem Blog, in dem seit 2022 nichts passiert.
So prüfen Sie es selbst
- Lesen Sie Ihre Seite einmal ganz durch und streichen Sie, was nicht mehr stimmt. Das ist der ganze Punkt.
- Prüfen Sie Öffnungszeiten und Ansprechpartner an allen drei Stellen: Website, Google-Profil, Branchenbücher.
9. Technische Fehler
Diese Gruppe fällt im Alltag nicht auf, weil die Seite im Browser funktioniert. Die drei häufigsten Fälle:
- Ihre Seite ist unter mehreren Adressen erreichbar – mit und ohne
www, mithttpundhttps. Ohne eine dauerhafte Weiterleitung auf eine einzige Fassung verteilt sich alles, was die Seite an Ansehen hat, auf zwei oder vier Varianten. - Kein HTTPS. Browser zeigen dann „Nicht sicher“ in der Adresszeile. Das sehen Ihre Besucher, und Google sieht es auch.
- Im Google-Profil steht die falsche Domain – eine alte Adresse, eine Unterseite oder die Seite des Franchise-Gebers. Damit zeigen Profil und Website nicht aufeinander, und die Verknüpfung, die beide stark macht, fehlt.
So prüfen Sie es selbst
- Rufen Sie Ihre Seite einmal mit
www.und einmal ohne auf. Wird die Adresszeile in beiden Fällen auf dieselbe Fassung umgeschrieben, ist es richtig. - Achten Sie auf das Schloss in der Adresszeile. Fehlt es, fehlt HTTPS.
- Öffnen Sie den Website-Verweis in Ihrem Google-Profil und sehen Sie, wo er landet.
Warum Sie in Google Maps nicht auftauchen
Die Karte ist ein eigenes Verzeichnis mit eigenen Regeln. Wer dort fehlt, fehlt aus einem von vier Gründen:
- Es gibt kein bestätigtes Profil. Die Bestätigung läuft über Google, meist per Video oder Postkarte, und kann nur der Inhaber machen.
- Die Hauptkategorie passt nicht. Sie entscheidet maßgeblich, bei welchen Suchen der Eintrag überhaupt in Frage kommt. „Unternehmensberater“ statt „Webdesigner“ erscheint bei keiner Suche nach Webdesign.
- Die Entfernung. Maps zeigt vor allem Betriebe in der Nähe des Suchenden. Wer in einem Nachbarort sitzt, erscheint bei der Suche aus der Stadt weiter hinten – daran lässt sich nichts drehen, und man erkennt daran die Angebote, die das Gegenteil behaupten.
- Keine Adresse, kein Eintrag. Arbeiten Sie beim Kunden und empfangen niemanden, blenden Sie die Anschrift aus und tragen stattdessen ein Einzugsgebiet ein. Der Eintrag bleibt – nur die Hausnummer ist dann nicht öffentlich.
Bewertungen
Bewertungen im Profil wirken auf die Reihenfolge in der Karte und noch stärker darauf, ob jemand anruft. Fragen Sie zufriedene Kunden danach – aber kaufen Sie keine. Google erkennt die Muster, und gefälschte Bewertungen kosten im Ernstfall das ganze Profil.
Wann Nachbessern reicht und wann sich eine neue Website lohnt
Nicht jede Seite muss neu. Wer schon eine Website hat, die technisch in Ordnung ist, kommt oft mit Nachbessern weit – und das ist dann auch der ehrlichere Weg.
Nachbessern reicht meist, wenn …
- die Seite auf HTTPS läuft, am Telefon bedienbar ist und zügig lädt,
- sie sich ohne fremde Hilfe ändern lässt oder jemand erreichbar ist, der sie ändert,
- nur Seiten, Texte oder das Unternehmensprofil fehlen,
- Ihnen das Erscheinungsbild gefällt und es zum Betrieb passt.
Eine neue Website lohnt sich, wenn …
- die Seite am Telefon nicht wirklich funktioniert – das ist heute der Regelfall bei allem, was vor 2018 gebaut wurde,
- niemand mehr Zugriff hat oder der frühere Anbieter nicht antwortet,
- jede Änderung Geld kostet und Wochen dauert,
- die Struktur keine eigenen Seiten für Ihre Leistungen zulässt,
- der Auftritt nicht mehr zeigt, wie Sie heute arbeiten.
Beim Wechsel ist der häufigste Fehler, dass die alten Adressen nicht auf die neuen weitergeleitet werden. Dann fällt eine Seite nach dem Relaunch bei Google zurück, obwohl sie besser geworden ist. Mehr dazu auf der Seite zum Website-Relaunch.

Felix Nacke
Webdesigner, schreibt diese Seite selbst
Ich baue Websites für Unternehmen – von der Planung bis zur Betreuung nach dem Livegang, als Einzelner und nicht als Agentur. Diese Seiten entstehen aus den Fragen, die mir Kunden am Telefon stellen.
Jemand, der sich das ansieht
Der erste Entwurf Ihrer Startseite kostet nichts – und sagt mehr als jedes Angebot.
Ehrlich: meist Wochen bis Monate, und eine Frist kann niemand nennen. Ein neu eingerichtetes Unternehmensprofil kann innerhalb weniger Tage in Maps erscheinen. Dass neue Seiten in den Suchergebnissen nach oben kommen, dauert länger, weil Google sie erst aufnehmen, einordnen und mit anderen vergleichen muss.
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